Kulturtipps im Netz zu lückenhaft

Kulturtipps im Netz zu lückenhaft – so lautete die Überschrift eines Artikels in der gestrigen Ostsee Zeitung, der durchaus einige berechtigte Kritiken bezogen auf eine fehlende Veranstaltungsdatenbank für die Hansestadt Rostock zum Ausdruck bringt. Die Kritik bezieht sich auf die zahlreichen touristischen Webseiten rund um die Hansestadt Rostock, die allesamt zwar einen Veranstaltungskalender anbieten, diese allerdings auch alle völlig unvollständig sind.

Das liegt wohl mit Sicherheit nicht an den Veranstaltungskalendern selbst sondern viel mehr an den Personen, die diese Veranstaltungskalender mit Inhalten füllen oder eben nicht sowie an der Nutzung der falschen Software seitens der lokalen Anbieter von Veranstaltungsdatenbanken. Doch in der Tat interessiert dies nicht unseren Gästen, wie z.B. das junge Brandenburger Paar, dass die eigenen, weniger erfreulichen Eindrücke bei Recherchen im Internet der OZ mitteilten.

Auch die Aussage, dass vor allem die Veranstalter in der Pflicht sind, ist nur die halbe Wahrheit. Welcher Veranstalter hat schon Lust und die Zeit, sich auf unzähligen Datenbanken einzuloggen, um eine Veranstaltung mehrfach einzutragen – schöner Aufwand. Wer jetzt glaubt, die Lösung sei eine zentrale Veranstalterdatenbank, glaubt auch in diesem Fall zu kurz.

Mal ehrlich, in erster Linie denken wir Veranstalter doch daran, die eigenen Veranstaltungen auch auf den eigenen Seiten zu promoten und dann erst auf allen anderen in der Region. Wäre es nicht fantastisch, wenn sich die regionalen, touristischen Seiten automatisiert die Daten von den Veranstalterseiten ziehen? Geht nicht, denn leider ist auch die technische Infrastruktur der allermeisten Veranstalter- und Regional-Webseiten veraltet.

Richtig ist, wir brauchen eine zentrale Datenbank und darüber hinaus eine kollaborative Veranstaltungskalendersoftware, die für viele unterschiedliche Webseiten im Layout anpassbar, in den Thematiken teilbar, für Nutzer leicht bedienbar und für Veranstalter individuell (z.B. auch via Email)  befüllbar ist. Weiterhin sind Datenstandards wie XML, ICAL und HTML essentiell. Die Datenbank benötigt eine API als Schnittstelle und die Veranstaltungskalendersoftware muss individuell konfigurierbar sein.

Ich empfehle Ihnen, für ein weiteres, besseren Verständnis zur Thematik auch meinen Artikel “Kollabrative Veranstaltungskalender in touristischen Destinationen” inkl. der dazugehörigen Kommentare  zu lesen.

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10 Kommentare

  1. 1. Maurice Morell

    Kommentar vom 19. Dezember 2009 um 12:05

    Sorry, aber diese kollaborative Möglichkeit mit großer Reichweite gibt es doch schon längst. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht. Je mehr mitmachen und je weniger Platzhirsche noch immer glauben, die Event-Claims abstecken und sichern zu müssen, umso besser. Das ist eher eine Haltungsfrage. Denkt an die Leser, die, die Tipps auf einfache Art und gut aufbereitet haben wollen. Die Tools sind doch da, zum Beispiel http://www.termine-regional.de/

  2. 2. Jörg Schlottke

    Kommentar vom 19. Dezember 2009 um 12:38

    Vielen Dank für Ihre Meinung und für Ihren Hinweis @Maurice Morell. Ich schau mir die Möglichkeiten zu diesem Tipp einmal genauer an.

    Beste Grüße aus Warnemünde

  3. 3. Jörg Schlottke

    Kommentar vom 19. Dezember 2009 um 12:49

    Erstes schnelles Fazit: Check von http://www.termine-regional.de inkl. Prüfung der Referenzen erfolgt – empfehlenswert!

    Infolink zu Homepage Integrationsmöglichkeiten:
    - http://www.termine-regional.de/kunden/nutzung.php

    Integrationsbeispiele:
    1. Integration des EDITH-Terminkalenders in Ihre Webseite
    - http://www.kreis-rd.de/veranstaltungskalender_site_index_48_1_gesamt_termin.html
    2. Integration des EDITH-Terminkalender in Ihrer Webseite per Frame/i-Frame
    - http://www.fehmarn.de/aktivitaeten/veranstaltungen.html
    3. Integration des EDITH-Terminkalender in Ihrer Webseite per Stream Socket
    - http://www.nordseetourismus.de/reisefuehrer/veranstaltungen
    - http://www.sh-tourismus.de/de/index.html?action=search_event
    4. Datenexport – zentrale Datenhaltung bei http://www.termine-regional.de
    - http://www.kiel.de
    5. Datenaustausch über Schnittstellen
    - http://www.kreis-oh.de/index.phtml?mNavID=337.1.1&sNavID=335.159&La=1

    Preisliste Termine-Regional.de:
    - http://www.termine-regional.de/kunden/preise.php

  4. 4. Jörg Schlottke

    Kommentar vom 19. Dezember 2009 um 14:04

    Zweites, schnelles Fazit: Die Dienstleistung von http://www.termine-regional.de hat natürlich für Regionalportale einen ordentlichen Preis.

    Eine preisliche Alternative mit selbigen Möglichkeiten bieten die Google Kalenderfunktionalitäten.

    Was ich bisher noch nicht aus dem Leistungsangebot von http://www.termine-regional.de herauslesen konnte:
    Gibt es die Möglichkeit für Veranstalter und Regionalprotalbetreiber, die Veranstaltungsdatenbank auch via Email bzw. über ein mobiles Smartphone mit Veranstaltungsdaten zu befüllen?

  5. 5. Maurice Morell

    Kommentar vom 19. Dezember 2009 um 14:16

    … einfach mit denen sprechen. Das Projekt ist mal mit EU-Mitteln gefördert worden zur Stärkung der Nord-Region.

  6. 6. Jörg Schlottke

    Kommentar vom 19. Dezember 2009 um 14:17

    @Maurice Morell, das wird wohl das Sinnvollste sein.

    siehe auch mein Kommentar zum Artikel “Kollaborative Veranstaltungskalender in touristischen Destinationen” – http://www.einfach-meer-network.de/kollaborative-veranstaltungskalender-in-touristischen-destinationen/#comment-324

  7. 7. Frank Koebsch

    Kommentar vom 19. Dezember 2009 um 23:23

    Hallo Hr. Schlottke,

    danke, dass Sie die Zusammenhänge hier noch einmal geschildert haben. Für unsere letzte Ausstellung habe ich ca. 22 Kalender gepflegt und noch ca. 10 Presseportale bedient ;-) )) Also ich zu mindestens meinen Pflichten als Veranstalter nach gekommen. Aber die Situation ist weder für denjenigen, der eine Veranstaltung anbietet noch für denjenigen der sucht, befriedigend.

    Ich glaube auch nicht, dass es nur eine technische Frage ist. Auch Fördermittel sind in verschiedene Projekte geflossen.

    Internet lebt zum einem von der Vielfalt des Angebotes. Dieses führt dann auch zur Dezentralisierung, Zergliederung der Informationen.

    Eine Lösung für Veranstaltungsdienste kann aus meiner Sicht nur darin liegen, dass nur noch technische Systeme gefördert werden, die über standardisierte Schnittstellen verfügen, die die im Netz vorhandenen Daten sammeln können und neue Daten zum Abgleich anbieten. Gleichzeitig sollten die Unternehmen der öffentliche Hand, wie Theater, Spielstätten, Bibliotheken, Stadthallen, Museen, Fremdenverkehrsvereine, die Kommunen, Ministerien… nur mit Unternehmen zusammen arbeiten, die die genannten Forderungen erfüllen. Damit wird ein wenig Bewegung in die Situation kommen. Es ist auch keine Wettbewerbsbeschränkung, da über offene Schnittstellen jeder partizipieren kann, jedes Portal kann über seine Angebote neben dem reinen Kalender sich von anderen differenzieren….

    Warum nehme ich die Unternehmen der öffentlichen Hand in die Pflicht:
    • diese Unternehmen stellen erfahrungsgemäß eine Vielzahl von Terminen,
    • diese Unternehmen wirtschaften ganz oder teilweise mit Steuergeldern,
    • diese Unternehmen vergeben zum Teil Fördergelder oder nehmen selber welche in Anspruch.

    Wen dieses durch die einzelnen Regionen und ihre Marketinggesellschaften, wie z.B. TMV unterstützt werden, könnten wir bald so erfolgreich sein, wie Länder, Regionen, Kommunen in Österreich, der Schweiz oder oder …. Aber diese Diskussion hatten Hr. Schlottke und ich schon vor einem Jahr geführt. Es gibt für mich eigentlich nur zwei Schlußfolgerungen

    Es ist ein Tipp für den Bund der Steuerzahler wert.
    oder
    Die Übernachtungszahlen in Mecklenburg Vorpommern müssen sinken, damit man von anderen erfolgreicheren Urlaubsregionen lernt.

    Den zweiten Fall will ich nicht, also wer schreibt den Brief an den Steuerbund? ;-)

    Beste Grüße – FRank Koebsch

  8. 8. Jörg Schlottke

    Kommentar vom 20. Dezember 2009 um 00:06

    Hallo Herr Koebsch,

    vielen Dank für Ihre so ausgiebige Darlegung Ihrer Erfahrungen zum Sachverhalt. Wir Mecklenburger ticken zwar etwas langsamer aber dafür umso gründlicher. Also meiner Meinung nach brauchen wir nicht gleich einen Brief an den Steuerbund schreiben. Alles hat seine Geschichte und hat sich so entwickelt wie es heute ist. Entscheidend wird nur sein wie sich die Dinge weiterentwickeln. Ich gebe Ihnen Recht, Schnittstellen und offene Datenstandards sind insbesondere bei geförderten Projekten ein Muss für die touristische Web-Infrastrukturentwicklung.

    Beste Grüße

    Jörg Schlottke

  9. 9. Frank Koebsch

    Kommentar vom 20. Dezember 2009 um 10:16

    Hallo Hr. Schlottke,

    danke für Ihre Antwort. Klar hat alles seine Geschichte. Ich wäre ja ruhiger, wenn es eine Konzeption gäbe, um die Dinge zu verändern, zusammen zu führen. Hier sehe ich aber kein Licht am Horizont, oder ;-)

    Ich habe mal in meinem Blog, die Logos der Portale gezeigt, die ich für eine kleine Ausstellung in Tessin bei Rostock gefüttert habe. Bei einer Ausstellung in Rostock wären es noch mindestens 10 mehr.
    http://frankkoebsch.wordpress.com/2009/12/20/kulturtipps-im-netz-zu-luckenhaft/

    Was ist Ihre Meinung, wie wird sich Rostock, die Ostseeküste als touristische Region im Netz entwickeln?

    Ich wünsche Ihnen einen schönen 4. Advent. – Frank Koebsch

  10. 10. Jörg Schlottke

    Kommentar vom 20. Dezember 2009 um 11:03

    Ja ich habe Ihren Artikel und das Logo-Chart gelesen und auch auf Ihrer Seite kommentiert. Das Internet ist heute schon so vielschichtig und wird es in Zukunft noch viel verstärker sein. Demnach wird es wohl, z.B. bezogen auf alle Logos in Ihrem Chart, kein Licht am Horizont geben. Allerdings sehe ich die regionalen Akteure in unserem Land und in der Hansestadt Rostock auf dem richtigen Weg. Nichtsdestotrotz ist auch zu dieser Thematik Geduld die beste Tugend. Die touristischen Akteure in unserer Region sind gut beraten, das Entwicklngstempo im Web zu beschleunigen. Dazu kann ich nur noch einmal Maurice Morell zitieren: “Je mehr mitmachen und je weniger Platzhirsche noch immer glauben, die Event-Claims abstecken und sichern zu müssen, umso besser. Das ist eher eine Haltungsfrage. Denkt an die Leser (Gäste), die Tipps auf einfache Art und gut aufbereitet haben wollen”.

    Herr Koebsch, ich wünsche auch Ihnen einen schönen 4.Advent und frohe Weihnachten.

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