Hoteliers und ihre Hotelbewertungen im Internet
4. Mai 2009 von Jörg Schlottke | 1 Kommentar
Bereits gestern habe ich hier kurz über den TourismusBesprechungsRaum in Ischgl berichtet. Doch ich möchte den Hoteliers dazu gern noch ein paar Zeilen zum Thema Hotelbewertungen auf Holidaycheck, Tripadvisor, Qype und Co. mit auf den Weg in die Zukunft geben.
Diskutiert wurde unter den von ncm.at eingeladenen touristischen Innovatoren und Web 2.0 Experten u.a., ob die Hoteliers in Fragen der Entwicklungen im Internet etwas verpennt haben. Meiner Meinung nach, haben sie noch nichts verpennt, sofern man diese Aussage überhaupt so einfach pauschalisieren kann. Denn häufig wird aus meiner Sicht das Thema Hotelbewertungen von den eigenen Branchenvertretern auch überbewertet.
Die führenden Bewertungsplattformen haben mit Sicherheit eine große Menge an Bewertungen, doch bezogen auf die meisten einzelnen Hotels ist die Bewertungsquantität ziemlich überschaubar, als das man als Hotelier einen verwertbaren Mehrwert an Gästefeedback erhält. Darüber hinaus ist es bei einigen großen Bewertungsplattformen immer noch nicht möglich, als Hotelier auf die Bewertungen in der jeweiligen Plattform selbst zu antworten.
Gefreut hat mich z.B. die Anwesenheit von Benjamin Mußler. So bekamen wir direkt eine Antwort auf die Frage, wie viele Mitglieder wirklich in der deutschen Qype Community sind. Übrigens auf Qype erhaltene Bewertungen kann man als Hotelier auch antworten, vorausgesetzt man hat ein Profil. Nach Aussagen von Benjamin Mußler sind es 200.000 Mitglieder. Davon sind ca. 10 % nur einmal aktiv und weitere 10 % schreiben zwischen 2 bis 4 Bewertungen am Tag. Qype ist nicht nur eine Bewertungsplattform sondern hat auch für Smartphones wie das iPhone von Apple und das G1 von Google die Software “Qype Radar” entwickelt. Sie ermöglicht es nun direkt und sofort an Ort und Stelle eine Bewertung bzw. eine Empfehlung zu schreiben. Das geht schnell, kurz und simple. Doch keine Angst, wer etwas von Qualität versteht und auch Qualität bietet, braucht nichts zu befürchten, im Gegenteil, dann ist man gut beraten, die neuen Möglichkeiten auch aktiv zu nutzen.
Doch wäre es auch definitiv unklug, das Thema Hotelbewertungen unterzubewerten. Da die meisten User der Bewertungsplattformen nicht aktiv bewerten sondern passiv lesen. Das Gelesene wird dann wiederrum in die Reiseentscheidungen einbezogen.
Einen interessanten Artikel zum Thema hat auch Uwe Frers von Tripsbytips verfasst. Darüber hinaus hat Tripsbytips ein nützliches Hotelwidget zum Thema Gästeempfehlungen entwickelt. Damit sollte sich jeder Hotelier einmal näher beschäftigen.
Doch komme ich noch einmal auf meine Aussage zum angeblichen “Schlafzustand” der Hoteliers zurück.
Liebe Hoteliers lassen Sie sich nicht verrückt machen von all diesen Bewertungsplattformen. Nehmen Sie sie ernst, kontrollieren Sie von Zeit zu Zeit, was dort über Ihr Hotel geschrieben wird und antworten Sie, sofern es möglich ist. Womit Sie sich allerdings im Internet ernsthafter beschäftigen sollten sind die Themen Social Media und Social Graph sowie Twitter und Facebook. Tuen Sie es jetzt und sofort, denn sonst verpassen Sie wohl möglich doch noch den Anschlußzug.
PS: Die Internetagentur ncm.at hat einen sogenannten BewertungsAssistent entwickelt. Damit werde ich mich in der nächsten Zeit einmal näher befassen.
















1. Jörg Schlottke
Kommentar vom 5. Mai 2009 um 10:27
Ergänzung:
Auch Stefan Waidele vom Hotel Krone in Neuenburg hat den TourismusBesprechungsRaum mit seiner Anwesenheit bereichert. In einem Blogbeitrag hat auch er die Erkenntnisse aus diesem Erfahrungsaustausch als Ideensammlung zusammen gefasst. Wenn Sie sich für diese Ideen interessieren, dann klicken Sie auf diesen Link:
http://stefan.waidele.info/2009/05/04/tourismusbesprechungsraum-ideensammlung