eTourismus und die virtuelle Reise von Informationen
7. Februar 2010 von Jörg Schlottke | 4 Kommentare
Es ist längst bekannt, dass der Tourismus nur mit einer entsprechend ausgebauten Infrastruktur an Verkehrswegen, vielfältigen Dienstleistern und deren Verzahnung funktioniert. Die Schlussfolgerung daraus – ein touristisches Unternehmen, welches nicht an bestehende Infrastrukturnetze und Verkehrsanbindungen angeschlossen ist, hat keine bzw. nur sehr geringe Chancen auf Erfolg. Auch das ist nichts Neues.
Jetzt übertragen wir einmal diese Erkenntnis ins Internet, womit wir grob gesagt beim Thema “eTourismus” sind. Der Unterschied zwischen Tourismus und eTourismus besteht im Aspekt der Reise. Der Tourismus beinhaltet alle Facetten der realen Reise von Menschen. Im eTourismus dagegen geht es um die virtuelle Reise von Informationen.
Das die Wissensaneignung zum Thema eTourismus in unserer Branche und insbesondere für Tourismusregionen immer wichtiger wird, zeigt die, wie ich finde, sehr anschauliche Grafik von mediaquell. Sie verdeutlicht, dass das bereits erwähnte, für den Tourismus essentielle Thema Infrastruktur auch im Web angekommen ist. Allerdings besteht hier noch der Unterschied zum realen Tourismus, dass das digitale Verkehrsnetz in den allermeisten Tourismusregionen erst noch aus- bzw. aufgebaut werden muss.

Quelle: mediaquell´s Flickr Account
Das Verständnis über das digitale Verkehrsnetz des 21. Jahrhunderts, deren Funktionsweisen und Management werden schon heute zum klaren Wettbewerbsvorteil im eTourismus. Touristische Dienstleister und Regionen, die es strategisch versäumen, ihre Organisationsstrukturen und ihre Webpräsenzen für den eTourismus und die virtuelle Reise von Informationen zu rüsten, verlieren im stark zunehmenden, digitalen Wettbewerb um den richtigen Gast zum richtigen Zeitpunkt.
PS: Mit Informationen auf Ihrer Website ist es wie mit Ihren Angeboten im Prospekt. Sie nützen recht wenig, wenn sie im eigenen Haus liegen bleiben.
















1. MM
Kommentar vom 7. Februar 2010 um 22:06
Hmm aber es gibt doch auch Touris wie mich, die ebend gerade die Abgelegenheit schätzen und mal ohne Menschen,Technik,… auskommen. Nennt sich sich Urlaub
2. Jörg Schlottke
Kommentar vom 7. Februar 2010 um 22:51
… zum Glück gibt es sie
3. Torsten
Kommentar vom 8. Februar 2010 um 16:58
Ich weiß nicht ganz was mit dem ARtikel gemeint ist. aber so wie ich es verstehe kann ein unternehmen heutzutage in der Tourismus branche nur erfolgreich sein wenn man online von suchmaschinen gefunden wird. zumindest trägt das mit zum erfolg bei.
4. Jörg Schlottke
Kommentar vom 9. Februar 2010 um 23:56
Natürlich ist das Thema Suchmaschinen-Optimierung nicht der alleinige Schlüssel zum Erfolg und mit Sicherheit auch nicht ausschließlich nur entsprechende Online-Aktivitäten. Wobei es stimmt, beides ist heutzutage mehr denn je auch massgeblich für den Erfolg oder Misserfolg eines touristischen Unternehmens entscheidend.
Mit diesem Artikel wollte ich zum Ausdruck bringen, dass das Internet nicht aus Websites besteht sondern ein Netz von teilbaren und austauschbaren Informationen ist. Es gibt Websites / Portale die sind Kreuzungen und andere wiederrum sind Sackgassen. Das primär Entscheidende ist nicht das Aussehen und die Information auf einer Website sondern die Software, Technik und Datenbank dahinter. Wichtig ist es, ein digitales Verkehrsnetz für Informationen zu schaffen, damit diese über digitale Strassen (nicht sichtbar) und Kreuzungen (Websites / Portale / Multiplikatoren) den richtigen Empfänger zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort im Web erreicht. Die allermeisten Websites im Internet sind Sackgassen bzw. nicht erreichbare Inseln und immer wieder versuchen viele Betreiber, Ihre Besucher u.a. mit sehr viel Geld und ohne Erfolg in bzw. auf diese zu führen. Doch heutzutage sind diejenigen erfolgreicher, die Informationen mit Mehrwert für Ihre Empfänger produzieren und diese zum Empfänger transportieren und nicht umgekehrt. Dabei sollte die Information möglichst von Suchmaschinen in Echtzeit auffindbar sein und möglichst auch über andere kontextbezogene Websites ausserhalb der eigenen multipliziert werden. Also es geht um Informationen (manchmal auch nur ein Satz mit max. 140 Zeichen) im Netz und deren Reise und nicht um deren Urlaub auf der eigenen Website.