Das Social Web und seine Auswirkungen auf den Tourismus

Vor knapp einem Monat fand in Eichstätt das Tourismuscamp II statt. Ich habe hier und hier bereits darüber berichtet.  Im nachfolgenden Kurzfilm wurden einige Touristiker mit doch ziemlich differenzierten Aufgabenbereichen nach ihren Meinungen und Einschätzungen zur Auswirkungen des Social Web auf den Tourismus befragt.

Quelle: youtube EaststreetFilm

Für Dr. Oliver Rengelshausen von Thomas Cook ist es nicht mehr nur das Abrufen von Inhalten durch die Nutzer, sondern die Nutzer selbst tragen auch aktiv Inhalte via Social Communities und Blogs bei. Web 2.0 ist gekennzeichnet durch die Interaktion von Nutzern untereinander.

Jens Ollrich, Tourismuszukunft und Organisator, differenziert zwischen Web 2.0 als technische Grundlage und dem Social Web als Entwicklung aus der Nutzung der sich stets verändernden, technischen Möglichkeiten. Beides wird sich auf das Verhalten der Nutzer und auch auf die bisherigen Geschäftsmodelle auswirken.

Reinhard Lanner, Geschäftsführer Ferienregion Lammertal, beschreibt die Veränderung vom Sender-Empfänger-Modell zum Konversationszeitalter. Gäste können direkt mit touristischen Leistungsanbietern interaggieren, was die Leistungsanbieter vor neue Herausforderungen stellt. Für Tourismusmanager in Destinationen bzw. Regionen bedeutet es eine Änderung der Arbeitsstile bezogen auf die Kommunikation zwischen den touristischen Leistungsanbietern und den Gästen. Die neuen, technischen Möglichkeiten verstehen & nutzen wird essentiell.

Für Tim Lilling, GEO-Reisecommunity, besteht der Unterschied in der Nähe zum GEO-Leser. Das Social Web bietet einen neuen Weg, um zu erfahren, was die Leser interessiert. Eine direkte Kontaktaufnahme mit den Lesern ist somit möglich.

Daniel Amersdorffer, Tourismuszukunft und Organisator, verdeutlicht die Veränderung der Steueraspekte von Informationen durch touristische Anbieter. Flyer, Prospekte und statische Internetseiten lassen nur eine einseitige Kommunikation zu. Der touristische Anbieter kann so allerdings nicht zu hören bzw. lesen was der Kunde meint. Durch das Social Web kann er viel mehr erfahren, sofern er weiß wo und wie gesprochen wird.

Niclas Schubert, Makrohaus GmbH, meint, dass das Social Web für eine touristische Vermarktung immer mehr im Fokus stehen wird. Allerdings gibt es zum Thema praktische Umsetzung noch viele Fragezeichen.

Für mich funktioniert es auf der Basis von Menschen, die es verstehen, die Technik zu nutzen. Es wird Auswirkungen auf die generelle Kommunikation haben. Menschen tauschen sich in schriftlicher Form aus, was Veränderungen in der Ausdrucksweise mit sich bringen wird. Die emotionalen Aspekte durch Körpersprache und Gesichtsichtsausdruck verschwinden, sofern nicht bewegte Bilder genutzt werden. Kurze, authentische Videospots gewinnen immer mehr an Bedeutung.

Uwe Frers, Gründer von TripsByTips, bringt das Beispiel des Kataloges mit schönen Bilder, die nicht in jedem Fall immer der Realität entsprechen. Das Social Web bereitet die Kunden viel besser auf das vor, was sie erwartet. Sie sind häufig viel besser informiert als ein Katalog-Reiseverkäufer. Für ihn ist es ein ganz großer Schritt nach vorn. Mit einem Mal wird Qualität transparent und nur diese wird sich letztendlich durchsetzen.

Siehe auch der folgende Artikel:

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