Das Dilema zwischen Touristikern und Webagenturen

Viele Gespräche in der letzten Zeit zeigten mir warum touristische Webprojekte so sind, wie sie gerade sind und so sein werden, wie sie in der nächsten Zeit wieder entstehen bzw. sich verändern werden.

Es ist in den allermeisten Fällen das Dilema zwischen Touristikern und Webagenturen. Unzählige Touristiker glauben mit einer  Webseite und einer Buchungsmaschine ist man bestens gerüstet und fast alle Webagenturen freuen sich über einen weiteren Auftrag ohne Beratungsaufwand gegenüber dem touristischen Auftraggeber. Ja das Dilema liegt darin, dass die touristischen Auftraggeber keine Ahnung von den Entwicklungen des Internets und die Webagenturen keine Ahnung von den Entwicklungen im Tourismus haben.

So sitzen sie und planen völlig konzeptlos und an den Bedürfnissen derjenigen vorbei, für die sie eigentlich die Webpräsenz schaffen wollten. Steht das Ergebnis, lässt sich ziemlich schnell feststellen  ob die Webagentur oder der touristische Auftraggeber die Federführung im Projekt hatte. Doch es ist im Prinzip auch egal, denn am Ende entstehen Webseiten, die leider nutzerunfreundlich und mehrwertlos sind.

Und warum ist das so?

Weil jeder nur seine eigenen Interessen und niemand einen kooperativen, technischen Vernetzungsansatz verfolgt. Webprojekte im eTourismus bringen nur dann geniale Ergebnisse zum Vorschein, wenn Menschen im Projektteam zusammenwirken, die crossmedial denken und sich vom Ansatz der Schaffung geschlossener Webpräsenzen lösen.

Hat der touristische Auftraggeber kein klares Konzept so ärgert oder freut sich die Webagentur. Ärgern tun sich die Webagenturen, die fortschrittlich denken und weil sie entweder nicht die Zeit oder vielleicht auch nicht die Muße dazu haben, den ahnungslosen Touristikern die sich veränderden Mechanismen im Internet zu erklären. Freuen tun sich die Webagenturen, denen es egal ist wie das Ergebnis der neuen Webpräsenz bzw. des Relaunches ausfallen wird, denn sie verdienen ja kräftig an der Unwissenheit ihrer Auftraggeber.

Mein Fazit: Ich kann derzeit nur jedem Touristiker gerade im Zeitalter des Web 2.0 empfehlen, sich unabhängig von einer Webagentur beraten zu lassen, bevor der Auftrag zum Relaunch oder zum Aufbau einer neuen Webpräsenz erteilt wird. Anderenfalls übernimmt die Webagentur die Federführung im Projekt, ob diese Ahnung vom Tourismus oder auch den Mechanismen im Web 2.0 hat, steht dabei auf einem ganz anderen Blatt Papier.

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5 Kommentare

  1. 1. Florian (Tourismuszukunft)

    Kommentar vom 25. Juli 2009 um 17:55

    “sich unabhängig von einer Webagentur beraten zu lassen” yep, stimm Dir zu – :) muss ich jetzt wohl auch sagen, oder!

  2. 2. Bastian (Die Visualisten GmbH)

    Kommentar vom 26. Juli 2009 um 10:54

    Das mag in vielen Fällen so sein. Aber nicht bei uns! ;)
    Wichtig ist doch das beide Parteien ihr Fachwissen zusammenbringen um somit nicht nur dem Kunden, sondern vor allem dem Urlauber, etc. Einen Mehrwert zu bieten! Nicht jede Agentur ist hier auf etourismus spezialisiert! Aber auch nicht alle sind es nicht!

    Trotzdem guter Beitrag mit leider viel Wahrheit dran!

  3. 3. Andreas (ideas4hotels - hotel consulting)

    Kommentar vom 2. August 2009 um 17:48

    Wie wahr!
    Dein Beitrag deckt sich auch mit unserer Erfahrung. Solange das Verständnis zwischen Touristikern und Webagenturen fehlt und auch kein “Mediator” die jeweiligen Vorstellungen und Ideen vermitteln kann, wird sich das leider auch in Zukunft nicht ändern.
    Wie wärs denn mal mit einem Cross-Training vor Konzeption und Design einer touristischen Website?

  4. 4. Jörg Schlottke

    Kommentar vom 2. August 2009 um 18:01

    @Andreas, was steckt denn hinter der Crosstraining Idee? Wichtig ist die Erkenntnis, das Touristiker, Hoteliers etc. zuerst ein Konzept brauchen bevor sie mit Webagenturen in Kontakt treten.

  5. 5. Andreas (ideas4hotels - hotel consulting)

    Kommentar vom 3. August 2009 um 13:20

    @Jörg, auch da hast Du recht. Ohne Konzept wird es immer ein Flop. Ich würde mir aber, im Sinne meiner Hotelkollegen wünschen, dass auch Webagenturen die Hotellerie nicht alleine aus der Sicht der Agentur betrachten. Als Webdesigner einmal einen Blick „hinter die Kulissen“ eines Hotels (speziell eines Familienbetriebes) zu werfen, um zu erfahren, wie die wahre Hotellerie „tickt“, würde das Verständnis entscheidend verbessern.

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